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1519: Heiliges Römisches Reich unter Karl V.

""L'abdication de Charles Quint" von Louis Gallait, 1841
Öl auf Leinwand, Musée des Beaux-Arts Tournai, Belgien

Karl V. dankte 1555 als König von Spanien und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches in der Aula Magna des Coudenberg-Palastes in Brüssel in Gegenwart des niederländischen Hochadels ab und teilte seinen Besitz auf. Sein Sohn Philipp II. erhielt Spanien mitsamt den Kolonien sowie Burgund und Mailand, sein Bruder Ferdinand I. wurde Nachfolger als Kaiser im Heiligen Römischen Reich und erhielt das Haus Österreich mitsamt den anhängigen Gebieten. Am 12. September 1556 stellte er den Kurfürsten seine förmliche Abdankungsurkunde zu. Karl V. zog sich in das Hieronymiten-Kloster von Yuste (Extremadura) zurück, wo er am 21. September 1558 an den Folgen der Malaria, die in der Gegend endemisch war, verstarb.

Zu demselben Thema siehe auch hier.

Auszug aus der Abdankungserklärung Kaiser Karls V. – Brüssel am 25. Oktober 1555:

Vor vierzig Jahren, am selben Ort, am Vorabend des Dreikönigstages, hat mich der Kaiser, mein Großvater, für volljährig erklärt. Dann wurde ich König von Spanien, dann selbst Kaiser – Ich habe die Kaiserkrone gesucht, nicht um über noch mehr Reiche zu gebieten, sondern um für das Wohl Deutschlands und der anderen Reiche zu sorgen, der gesamten Christenheit Frieden und Eintracht zu erhalten und zu schaffen und ihre Kräfte gegen die Türken zu wenden. Ich habe darum viel beschwerliche Reisen machen, viele beschwerliche Kriege führen müssen … aber niemals mutwillig, sondern stets sehr gegen meinen Willen als Angegriffener …
Große Hoffnung hatte ich – nur wenige haben sich erfüllt, und nur wenige bleiben mir: und um den Preis welcher Mühen! Das hat mich schließlich müde und krank gemacht. Ihr wisst alle, wie sehr … Ich habe alle Wirrnisse nach Menschenmöglichkeit bis heute ertragen, damit niemand sagen könnte, ich sei fahnenflüchtig geworden. Aber jetzt wäre es unverantwortlich, die Niederlegung noch länger hinauszuzögern. Glaubt nicht, dass ich mich irgend Mühen und Gefahren entziehen will: Meine Kräfte reichen einfach nicht mehr hin. Vertraut meinem Sohn, wie er euch vertraut, seid einig, übt stets Gerechtigkeit und lasset den Unglauben nicht in eure Reihen.
Was mich betrifft: ich weiß, daß ich viele Fehler begangen habe, große Fehler, erst wegen meiner Jugend, dann wegen des menschlichen Irrens und wegen meiner Leidenschaften, und schließlich aus Müdigkeit. Aber bewusst habe ich niemandem Unrecht getan, wer es auch sei. Sollte dennoch Unrecht entstanden sein, geschah es ohne mein Wissen und nur aus Unvermögen: ich bedaure es öffentlich und bitte jeden, den ich gekränkt haben könnte, um sein Verzeihen.


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